1 Monat USA…und wie war es so?

1 Camper, 3 Personen, 4 Flüge, 17 Campingplätze, 29 Tage, 2900 Kilometer.

Das ist die Bilanz unseres letzten Urlaubs. Vier Wochen durch die USA. Das erste Mal so lange unterwegs. Das erste Mal fliegen mit Kind. Das erste Mal Urlaub in einem Wohnmobil. Am Ende die unvermeidliche Frage: Und, wie war es? Doch wie soll man eine solche Frage immer beantworten. Die Eindrücke sind gigantisch und die Erlebnisse vielfältig.

Wo genau soll man denn anfangen, wenn man eine Route beschreiben möchte, die in Las Vegas beginnt, zur Küste Kaliforniens führt und von dort aus bis nach Seattle?

Soll man über diese sagenumwobene und wahnsinnige Stadt schreiben? Da, wo es immer blinkt und blitzt. Da, wo es laut ist und verrückt. Da, wo Begriffe nur in Superlativen Sinn machen, um auch nur annähernd eine Idee von diesem völlig einzigartigen Ort zu bekommen.

Las Vegas Las Vegas_NeonMuseum

Und dann verlässt man die Stadt der ungezählten Glühbirnen und steht in der Wüste. Im Death Valley. Wo man es im Grunde im Sommer kaum aushalten kann, weil es so heiß ist. Einer der heißesten Punkte der Erde, mit dem tiefsten Punkt der USA. Ein lebensunfreundlicher, aber umso sehenswerterer Platz.

Death Valley Death Valley2

Kaum drei Stunden weiter ist da plötzlich Schnee. Nicht in der Ebene, sondern in den Höhen der Berge. Grüne Bäume, blaue Seen, graue Berge, weiße Spitzen. Verrückt. Waren wir nicht gerade noch in der Wüste? Im April kann man den Yosemite Park nicht auf dem üblichen Pass durchqueren. Er ist wegen des Schnees noch gesperrt.

Lone Pine

Noch ein paar Stunden weiter und man steht vor einem See, dessen Ende man nur erahnen kann. Da sind Sandstrand, Bäume und in der Ferne schon wieder Schnee. Die Sonne strahlt vom Himmel und man wähnt sich in einem Märchen. Das kann doch irgendwie alles nicht echt sein, oder?! Dem Maler, der diese Kulisse gemalt hat, gebührt ganz schön viel Respekt! Ich bin ja der Meinung, dass er aus Kanada stammen muss, denn die Landschaft um den Lake Tahoe erinnert mich immerzu an Kanada.

lake tahoe

Eine Tagestour weiter stößt man wieder auf ziemlich große Straßen, Stadt und Zivilisation. Natürlich war da vorher auch Zivilisation. Aber in klein. Jetzt kommt Sacramento und weiter in Richtung Küste wirft San Francisco seine wunderschönen Schatten voraus. Die Landschaft kurz vor San Francisco ist plötzlich so lieblich. Kanada ist vorbei…Neuseeland hat Einzug erhalten. Sanfte grüne Hügel vor ziemlich viel blauem Himmel. Alles ist weich und schön. Irgendwie fluffig.

Point Reyes

Und weil uns nicht nach Stadt ist (und wir sie auch schon kennen) landen wir in Point Reyes. Windig ist es, aber lieblich. Viel Natur, viele Vögel und auch ein bißchen alternativer Wind weht an uns vorbei. Wir fahren weiter und plötzlich ist er da. Der Ozean. Der Pazifik. Was soll ich darüber schreiben? Wie rauh er durch den Wind wirkt? Wie wunderschön seine Unendlichkeit ist? Dass ich bei meinen ersten Schritten über den Sand auf das Wasser zu weinen muss, weil es so wunderschön ist? Dass ich hier zum ersten Mal wieder dieses Gefühl der absoluten Freiheit empfinde?

Nina am Pazifi

Nördlich von San Francisco gibt es noch ganz schön viel Kalifornien. Das wusste ich vorher nicht mal. Ich verliebe mich in diesen Staat. Wie sollte das auch anders gehen, an einer Küste, die so wunderschön ist? Wer lieblichen Badestrand sucht, ist hier fehl am Platz! Denn hier spürt man die Natur. Doch wie kann man sich nicht verlieben, wenn man oberhalb einer Steilküste auf diese Gewalten schaut? Die so viel Kraft haben, dass an vielen Stellen kein Mensch einen Badevorgang überleben würde? Doch um einem die Angst vor so viel Gewalt zu nehmen, hat irgendjemand beschlossen, dass man hier die wundervollsten kitschigen Sonnenuntergänge sieht. Ihr wisst schon, solche Fotoorgasmus-Sonnenuntergänge.

Pazifik Wellen Pazifik Sonnenuntergang Pazifik

Und während man den höheren Mächten noch dankt, dass man diese Aussichten genießen darf, fährt man plötzlich in den Wald hinein. Ein Wald mit riesengroßen Bäumen. Redwoods. Ihr wisst schon, diese Bäume, die für Fotos so gerne umarmt werden. Bäume, vor denen man ziemlich demütig steht und mal wieder merkt, wie klein und unwichtig man ist. Solche, von denen man gerne zig Fotos machen möchte, weil ihre Größe einfach unglaublich erscheint und man plötzlich ganz schön viele Fotos von Baumstämmen hat, die irgendwie ziemlich langweilig aussehen. Denn der ganze Baum ging ja nicht daruf.

Humboldt National Park Redwoods Humboldt National Park Redwoods1

Man verlässt Kalifornien und möchte das nicht. 4 Wochen dort wären auch ok gewesen. Sollen wir einfach bleiben und später einfach eine große Fahrt bis Seattle machen? Nein. Oregon hat eine Chance verdient. Wir fahren durch Städte, die so semi-schön sind und halten auf einem Campingplatz. Von dort kann man wohl Dünenspaziergänge machen. Nette Sache, kann man mal machen. Zwischen Bäumen klettern wir einen relativ steilen Sandberg hoch. Höher als gedacht, aber gut. Oben angekommen herrscht Fassungslosigkeit. Nein, da sind keine Dünen, wir sind in die Sahara geklettert! Das hat nichts mit Dünenspaziergang zu tun. Das ist eine Sandwüste unerklärlichen Ausmaßes. Wie konnte man die nicht erahnen? Egal, was nun in Oregon noch kommt, dieser Weg hat sich schon gelohnt.

Oregon Dunes

Wir sehen noch ziemlich viel Pazifik. Jedes einzelne Mal könnte ich heulen. Und dann sind wir plötzlich vor Seattle. Über drei Wochen waren wir mit dem Camper unterwegs. Zwischen Bäumen, an Stränden, in Städtchen. Nun sollen wir eine Stadt besichtigen? Das möchte ich nicht. Gar nicht. Ich möchte Natur. Bäume, Strände, Meer und Seen. Und dann fahren wir nach Seattle rein und möchten sofort länger als zwei Tage bleiben. Dieses kleine Café neben dem Hotel. Eine Stadt am Meer. Ein Markt, eine Skyline, ein See. Warum sind wir nicht schon früher hergekommen, um mehr Zeit zu haben?!

Seattle Café Seattle Meer Seattle SpaceNeedle

Das ist alles so verrückt, dass ich es nicht beschreiben kann! Wie war der Urlaub? Schön war er!

 

7 thoughts on “1 Monat USA…und wie war es so?

  1. Hach, dafür, dass es fast nicht in Worte zu fassen war durch die vielen Eindrücke, hast du euren Urlaub genial zusammen gefasst… und ich kann jeden einzelnen Gedanken sowas von nachvollziehen. Ich fühle mich nicht umsonst ziemlich wohl hier (und muss mal wieder öfter an die Küste fahren, wie ich merke… wenn man es vor der Tür hat, nutzt man es doch nicht immer so, wie man sollte.)

    Und Seattle… das steht schon lange auf meiner Liste!

  2. San hat es schon gesagt: Dafür, dass es so schwierig war, hast Du mich zauberhaft mitgenommen. Großartig! Und auch, wenn ich zwischendurch dachte „Mensch, kann die mal bitte ein bisschen mehr von sich und dieser großartigen Tour hören lassen“ finde ich wunderbar, dass Du eben nicht krampfhaft gebloggt/geinstagramt hast sondern einfach mal Seele baumeln und so – wunderschön. :) Ich hoffe für Euch, dass so eine Reise nicht die Letzte war.
    LG /inka

    • Auf jeden Fall. Mann kann ja über die USA sagen, was man möchte, aber die unterschiedliche Natur ist einfach der Knaller! :-) Ich war nun 7 oder 8 Mal dort und liebe es jedes Mal wieder…

  3. Wunderschön und spannend zu lesen…was mich noch interessieren würde: wie hat euer Kind alles verkraftet? Den langen Flug, die wechselnden Orte? Ich möchte das nämlich später auch gern mal machen, aber ich habe die Befürchtung, dass man einem Kind doch recht viel zu mutet, deshalb: wie ist deine/eure Erfahrung?

    LG Jenny

    • Ja, diese Befürchtungen wegen Kind hatten wir natürlich auch. Ich werde meinen Monatsartikel am 1.6. zum Thema Rundreise/Flug mit Kind schreiben, dann kannst Du ausführlicher nachlesen, wenn das reicht. Die wechselnden Orte waren auf jeden Fall relativ egal. Da sie durch das Wohnmobil immer das gleiche Bett hatte, war das kein Thema. Glaube, wenn wir alles zwei Tage ein Hotel gewechselt hätten, wäre das problematischer gewesen. Es Bedarf schon alles mehr Planung und Rücksicht. Aber wenn man sich auf das Kind einstellt (und man kennt ja sein eigenes Kind am besten), dann passt das schon. Mehr dazu wie gesagt in einer guten Woche :-D

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