11 Monate Mama – Gedankenkarussell

Das ist nun der x-te Versuch einen Artikel für diesen vergangenen Monat zu schreiben. Eigentlich hatte ich einen Artikel fertig. Einen, der darüber berichtet, dass der vergangene Monat ganz schön anstrengend war. Körperlich wie auch seelisch. Zum einen haben wir bis Mitte des Monats diverse Krankheiten durchlaufen. Zum anderen bin ich selbst momentan an einem Tiefpunkt. An einem Punkt, wo mir 24 Stunden mit geometrischen Bauklötzchen in Kistchen werfen, Beruhigungsaktionen beim Wickeln, Begeisterungsbekundungen, wenn die Zahnbürste endlich den Weg in den Mund gefunden haben, einfach nicht mehr reichen. Mein Kopf steckt in einem Gefängnis und hat Angst den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Ich habe gefühlte 1000 Gedankengänge, die ich nie zu Ende denken kann, weil die Aufmerksamkeitsspanne gezwungenermaßen immer nur bei max 10-15 Minuten liegt.

Ich habe das fantastischste, süßeste und cleverste Kind, das ich mir wünschen kann. Dennoch fühlt sich vieles momentan mehr nach „müssen“ als „dürfen“ an. Und das soll so nicht sein.

Und nachdem ich diesen Artikel fertig hatte, hörte ich Radio. Da kam ein Bericht über einen Hausbrand. Darüber, dass dort zweijährige Zwillingskinder ums Leben kamen und die Mutter schwer verletzt wurde. Und ich stellte mir vor, wie es wohl sein wird, wenn diese Mutter realisiert, dass ihre beiden Kinder sterben mussten und sie schwer verletzt überlebt hat. Ich denke, dass jede Mutter, die auch nur annähernd so nahe am Wasser gebaut ist wie ich ähnlich reagiert hätte: mir liefen die Tränen in Strömen. Denn ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich mein Kind bei einem Unglück verlieren würde, das ich knapp überlebe.

Und dann wurde mir klar, wie undankbar mein Artikel ist. Er wäre dadurch nich weniger wahr geworden. Denn das, was ich nun oben nur kurz zusammengefasst habe, ist meine aktuelle Gefühlswelt. Doch es hat sich eine Demut eingeschlichen. Gegenüber dem Schicksal und dem Glück. Ich möchte mir ein Leben ohne meine Tochter nicht annähernd vorstellen. Das war mir auch vor dem Radiobericht klar, aber er hat mich mit einem riesigen Vergrößerungsglas nochmal darauf aufmerksam gemacht.

Meine Tochter ist für mich das wundervollste auf dieser ganzen Welt. Und ich möchte auf keinen Fall undankbar für die viele Zeit sein, die ich mit ihr verbringen darf. Wir müssen für die Zukunft einen Weg finden, der auch mir wieder mehr gerecht wird, denn nur dann kann ich auch für sie eine aufmerksame, kreative und glückliche Mama sein. Obwohl aktuell nicht wirklich eine Lösung in Sicht ist, hat mich der Tag aber wieder etwas positiver gestimmt. Ich möchte doch so gerne jeden einzelnen Tag mit ihr genießen. Alles kann sich so schnell und so dramatisch ändern. Und letztendlich habe doch nur ich es in der Hand, unser Leben so zu gestalten, dass wir alle glücklich sind.

Ich freue mich wahnsinnig auf die Möglichkeit den April im „Land der Unbegrenzten Möglichkeiten“ zu verbringen. Gerade dafür bin ich unglaublich dankbar. Und ganz besonders an solchen Tagen werde ich nochmal darin bestätigt, dass es genau richtig so ist, wie wir es machen. Denn diese Zeit wird sicherlich einzigartig für uns als Familie und solche Erinnerungen kann einem niemals irgendjemand wieder wegnehmen. Man muss aus allen Gegebenheiten das Beste herausholen und ich hoffe, dass mir das bald auch für unseren Alltag gelingt! Vielleicht wird es auch einfach Zeit, dass es endlich mal Frühling wird.

Processed with VSCOcam with f2 preset

 

7 thoughts on “11 Monate Mama – Gedankenkarussell

  1. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass es jeder Mutter irgendwann mal so geht. Du darfst diese Gedanken auch ruhig zulassen, deshalb liebst du dein Kind nicht weniger. Du bist aber auch noch Frau, nicht nur Mutter.
    Ich freue mich für euch, dass ihr solch eine fantastische Reise zusammen erleben könnt :)

    Achja, bei solch einer Meldung wie du sie im Radio gehört hast, wäre ich auch in Tränen ausgebrochen ;)

  2. Liebe Nina,
    ich wollte Dir schon lange schreiben, dass ich es liebe deine wundervolle und ehrliche Monatsbriefe zu lesen! DeineGefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Deine kleine Mainzerin ist zuckersüß :-**

    Liebe Grüße & bis bald,
    Helene
    PS: Du bist eine wundervolle Mutter :-**

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>