14 Monate Mama – Reisen mit Kind

Im April war es nun soweit, unsere große Reise in die USA stand bevor. Wenige Tage nach dem ersten Geburtstag der Mini-Mainzerin bestiegen wir erstmals ein Flugzeug mit unserem Kind. Nochmal wenige Tage später bestiegen wir erstmals ein Wohnmobil mit unserem Kind. Und zwischendrin mussten wir zum ersten Mal Nahrung für unser Kind in einem anderen Land besorgen. Ich kann euch sagen, ich war im Vorfeld unglaublich aufgeregt. So sehr ich das wollte, so sehr ich im Grunde wusste, dass unsere Tochter das alles mitmachen wird, genauso sehr hatte ich Angst davor, dass es vielleicht doch alles ganz anders kommen könnte. Meine Anspannung war am Tag der Abreise so groß, dass ich kurz vor dem Flug den Tränen nahe war. Ich verrate euch vorab: als wir viele Stunden später in Las Vegas landeten, heulte ich so richtig los – vor Erleichterung, dass alles so reibungslos geklappt hat.

Eines ist klar – Tipps hin oder her – wie ein Kind eine Reise verträgt, hängt von jedem individuell ab. Aber man kann sich vorbereiten, um zumindest die Chancen zu erhöhen, dass es einigermaßen reibungslos klappt.

Fliegen mit Kind

1. Sitzreservierung

Für Kinder unter 2 Jahren wird in der Regel davon ausgegangen, dass sie auf dem Schoß mitfliegen. Bei noch kleineren Babys ist das sicherlich kein Problem, doch bei 1-jährigen wird das Stillsitzen eher schwierig.

Mit Baby bietet es sich grundsätzlich an, die erste Reihe vor der Trennwand zu reservieren, da man dort auch das kleine einhängbare Babybettchen reservieren kann. Leider handhaben das alle Fluggesellschaften unterschiedlich. Während ich gehört habe, dass man bei Singapore Airline alles vorab reservieren kann, war das bei unserem Flug mit US Airways leider nicht so. Da hieß es, dass die Plätze online oder per Telefon vorab nicht eincheckbar seien und erst am Tag des Abflugs buchbar sind. In unserem Falle hatten wir Glück, denn der Flieger war am Ostersamstag nur zu einem Drittel gebucht, so dass die gesamte 4er-Reihe frei war und wir super bequem fliegen konnten.

Aber auch insgesamt lohnt es sich mit dem Personal am Schalter alle Flüge genau durchzugehen. Für den Anschlussflug sowie die Rückflüge, buchte man uns jeweils (in den seitlichen 3er-Reihen) auf den Gang- sowie Fensterplatz, so dass der mittlere frei blieb. Sofern der Flug nicht ausgebucht ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein solcher Mittelplatz frei bleibt.

2. Start und Landung

Der Druckausgleich ist schon für den einen oder anderen Erwachsenen unangenehm, für kleine Kinder, die nicht verstehen, was vor sich geht, kann das natürlich beängstigend sein. Ganz Kleine werden bei Start und Landung häufig gestillt, um den Druck von den Ohren zu nehmen. Aus diesem Alter waren wir ja nun draußen. Uns wurde empfohlen, Nasentropfen mitzunehmen, was wir auch taten. Da die Mini-Mainzerin die Woche vor dem Flug auch noch krank war, kamen diese auch zum Einsatz. Auf dem Rückflug haben wir sie nicht verwendet und es klappte alles genauso reibungslos.

3. Spielzeug

Es bietet sich an, neues Spielzeug einzupacken. Etwas, dass das Kind noch nicht kennt. Der Überraschungseffekt ist auf eurer Seite und das Kind erstmal mit dem Erforschen und Entdecken beschäftigt. Das hat bei uns auf dem Hinflug ziemlich gut funktioniert.

4. Babytrage

Ich hatte extra die Manduca ins Handgepäck gesteckt. Ziel war, sie damit während des langen Fluges einfach zum Schlafen zu bringen. Denn in den engen Sitz gequetscht einfach dazusitzen und zu warten, dass sie einschläft, funktioniert bei uns definitiv nicht. Stattdessen hat man so die Möglichkeit, auch mal ein wenig den Gang auf und ab zu schunkeln. Natürlich ist das abhängig davon, ob euer Kind gerne getragen wird.

Reisen mit Kind_Fliegen mit Kind

Die Manduca hat uns definitiv gerettet. Eigentlich bei allen Flügen hat es sogar geklappt, dass ich die Kleine kurz vor dem Einsteigen ins Flugzeug in den Schlaf gebracht habe, so dass sie keinen einzigen Start miterlebt hat. Tatsächlich war sie durch das ganze Flughafenprozedere so kaputt, dass sie nichts aus dem Schlaf bringen konnte. Einmal wurden wir allerdings darauf hingewiesen, dass man eine Trage eigentlich bei Start und Landung nicht verwenden dürfe. Ich habe es aber jedes Mal wieder probiert und meistens war es kein Problem.

5. Tag- oder Nachtflug

Darüber haben wir uns ehrlich gesagt vorab keine Gedanken gemacht. Wir hatten drei Tagflüge und nur einen Nachtflug. Ich habe den Nachtflug ehrlich gesagt auch als sehr anstrengend empfunden, weil die Kleine die gesamte Zeit auf mir lag, sich aber (wahrscheinlich weil es nicht zu bequem war), permanent hin- und hergeworfen hat. Sie schlief, aber halt unruhig. Das sieht ggfs. anders aus, wenn das Baby noch in die Flugzeug-Babyschale passt oder die Kinder schon auf ihrem eigenen Sitz schlafen können.

Fazit

Die Flüge haben problemlos funktioniert. Wir waren wirklich gut vorbereitet und ich denke, dass hat es der Kleinen einfach gemacht. Natürlich war es mitunter anstrengend, denn wir waren selbst müde und ein acht- plus fünf-stündiger Flug können sich ziehen. Aber es war definitiv nicht so schlimm, dass ich es nicht wiederholen würde! Übrigens, wenn ihr ein paar Flugtipps für größere Kinder braucht, könnte ihr diese bei Köln Format nachlesen. Ein paar Tipps zum Thema Fotos für den Pass bei Babys, findet ihr bei travel.little.one.

Essen für das Kind

1. Auf der Reise

Im Flugzeug konnten wir praktisch unbegrenzt Essen für die Kleine mitnehmen. Auf dem Hinflug hatten wir eine Übernachtung in Philadelphia, bevor es weiter nach Las Vegas ging. Wir haben uns vorab hingesetzt und die Stunden aus- und in Gläschen umgerechnet. Da die Mini-Mainzerin gerade in der Übergangsphase zwischen Brei und fester Nahrung war, wussten wir aber auch, dass wir sicherlich immer irgendwo zwischendurch eine Banane oder Kekse herbekommen.

Da unsere Tochter Gemüsegläschen verweigerte, ernährte sie sich für diese Zeit im wesentlichen von Obst-Getreidebrei, ständig durch das Personal zugesteckten Keksen und ein bißchen Flugzeugessen, was ja (in diesem Fall glücklicherweise) immer ziemlich weichgekocht ist. Außerdem habe ich Milchbreipulver eingesteckt, das auch mit kaltem Wasser angerührt werden kann und somit auch im Hotelzimmer mit einer Flasche Wasser kein Problem war. Alles in allem, kein Problem.

2. Kindernahrung in den USA

Da ist doch alles mit Zucker! Das war der häufigste Satz, den wir zum Thema Babynahrung vorab hörten. Am besten, ihr informiert euch vorab, was genau in dem jeweiligen Land an Babynahrung üblich ist. Wir hörten von Freunden, dass es zum Beispiel bei der Biokette Wholefoods in den USA auch Brei ohne große Zuckerzusätze gäbe. Da wir nach der Ankunft relativ schnell unsere Vorräte aufstocken mussten, informierten wir uns vorab, wo es den entsprechenden Laden gab und fuhren am folgenden Tag direkt hin. Zumindest für den Start macht es Sinn, sich diesbezüglich zu informieren. Denn die Möglichkeit Babynahrung auf dem Strip in Las Vegas zu kaufen, ist ansonsten eher spärlich. Bei anderen Zielen braucht man da ggfs. nicht ganz so viel Vorplanung!

Rundreise mit Kind

1. Schlafsituation

Die häufigste Frage zur Rundreise mit Kind war: wie verträgt sie denn die häufigen Ortswechsel? In der Tat sind ständig neue Betten für Kinder möglicherweise irritierend. Daher haben wir auch aus dem Grund ein Wohnmobil gewählt. Auf diese Weise konnte die junge Dame immer im gleichen Bett schlafen, ohne dass wir uns Gedanken machen mussten, ob wir jeden Tag oder jeden zweiten Tag den Ort wechseln. Die Ortswechsel am Tag waren ihr hingegen ziemlich gleichgültig.

Reisen mit Kind_El Monate

2. Fahren

Plant bloß nicht zu viele Kilometer ein! Wir haben vorab schon darauf geachtet, dass wir keine Tage haben, an denen wir 5 Stunden fahren. Das hatten wir bei sonstigen Urlauben schon mal, wenn eine Strecke keine Besonderheiten bot. Mit Kind kaum möglich. Obwohl die Mini-Mainzerin keine Probleme mit dem Autofahren hat, waren mehr als 3 Stunden verteilt über den Tag nicht drin. Hier kommt es natürlich wesentlich auf das Alter des Kindes an und wieiviel es am Tag schläft.

Zu Anfang unserer Reise war die Kleine allerdings beim Autofahren ziemlich unentspannt, weshalb wir zum Teil nur mal 1 Stunde am Tag fuhren. Das heißt, wir kamen gleich zu Anfang wesentlich langsamer voran, als gedacht. Das führte dazu, dass wir weniger Tage mal am Stück irgendwo bleiben konnten.

Daher mein Tipp: Plant weniger Strecke ein, als ihr es gewohnt seid…und dann reduziert das nochmal! Auch das entspannteste Kind ist nicht berechenbar.

3. Kindersitz

Ein gar nicht so einfaches Thema, wenn ihr mit dem Camper reist. Denn wo macht man im Camper den MaxiCosi eigentlich fest? Auf den Beifahrersitz darf er eigentlich nicht, da dort der Airbag ist. Und die hinteren Gurte auf den Bänken sind lediglich Beckengurte. Wir lasen vorab viel in Foren und hatten wirklich Sicherheitssorgen.

Camper_ElMonte_Kindersitz

Letztendlich nahmen wir zusätzlich Spanngurte mit, um uns selbst eine Art Drei-Punkt-Gurt zu bauen. Bei Übernahme des Camper sahen wir dann voller Freude, dass es tatsächlich eine kleine zusätzliche Konstruktion gab, die es ermöglichte, die Gurte problemlos anzubringen. Vorab hatten wir darüber nie etwas gelesen, möglicherweise ist dies nur bei neueren Modellen so.

FAZIT

Die Reise hat sich definitiv gelohnt. Ohne Zweifel war sie mit Kind anstrengender, als es vorher der Fall war. Alleine auch schon deswegen, weil wir zu ihren Schlafzeiten sehr häufig gefahren sind und anschließend gerne mal eine Pause gehabt hätten, die Kleine aber natürlich dann fit war. Das ist nicht zu unterschätzen. Trotzdem werden wir ganz sicher wieder eine Rundreise mit der Kleinen machen. Dann mit weniger geplanten Kilometern, um die Sache noch entspannter zu gestalten, aber ansonsten hat alles ziemlich problemlos geklappt.

Ich kann Eltern, die nicht wissen, ob sie es machen sollen, nur raten es auszuprobieren! Natürlich kann es auch sein, dass es vielleicht nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Aber dann weiß man, an welchen Schrauben man drehen muss oder ob man es tatsächlich sein lassen muss.

Und natürlich ist es so, dass die Kleine von der Reise in die USA nicht viel hatte, im Sinne von Sightseeing etc. Aber sie hatte etwas von ihren glücklichen Eltern. Und sie hatte etwas von der vielen Natur und der Möglichkeit, sehr viel an der frischen Luft zu sein und rumzukrabbeln. Sie hatte Spaß daran, die Füße in den See zu stecken, im Sand zu spielen, unter den Bäumen Stöcke zu entdecken und einfach 24 Stunden mit ihren beiden Eltern zu verbringen. Also tut es einfach!

 

5 thoughts on “14 Monate Mama – Reisen mit Kind

  1. Das sieht nach einem wunderbaren Urlaub aus! Sehr interessant finde ich die Info mit dem Kindersitz im Camper, war für uns nie ein Thema weil wir nie Camper gefahren sind aber ich habe mir auch nie Gedanken gemacht, wo man den maxi Cosi festmache könnte.
    Danke für den informativen Beitrag!

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