London-Tipps für den zweiten Blick

Ihr kennt das sicherlich, es gibt diese Orte, an denen man sich aus irgendeinem Grund ein bißchen zuhause fühlt. Das Gefühl der inneren Ruhe, das Gefühl immer noch mehr sehen zu wollen, das Gefühl es nie über zu haben, das Gefühl immer wieder zurück zu müssen. Genau das empfinde ich bei London. Inzwischen war ich fünf Mal dort und ich würde morgen sofort wieder.

Gerade auch das Gefühl zu haben, nicht mehr die größten Highlights sehen zu müssen, sondern auch mal den Fokus auf die zweite Wahl zu legen oder sich Zeit lassen zu können und zu genießen. Unbeschreiblich. Grund genug, London als Ziel für unser erstes verlängertes, kinderfreies Wochenende zu wählen. Da der Text sonst ausarten würde, fasse ich für euch mal ganz übersichtlich meine Tipps für den fünften Besuch in London zusammen.

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Hotel-Tipps

In der Vergangenheit war ich zwei Mal im Lancaster Hall Hotel. Nur 500 Meter vom Hyde Park und wenige Laufminuten von der Paddington Station, an der man von Heathrow ankommt, ist diese Jugendherberge super gelegen und noch annähernd bezahlbar. Der Standard ist natürlich nicht sonderlich hoch, aber wer darauf keinen großen Wert legt und zentral gelegen sein möchte, dem kann ich es echt empfehlen.

Diesmal wollten wir es ein wenig schöner und so nächtigten wir im IBIS Styles Southwark, nicht weit der Borough Markets. Eine Ecke, in der ich bislang nicht häufig war. Dass wir damit aber einen so großartigen Volltreffer landen, hätte ich nicht geahnt. Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Ketten-Hotels. Aber hier war es wirklich großartig. In dem Hotel gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken. Vom Zimmer aus hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf „The Shard“. Noch großartiger fand ich aber die Umgebung. Es gab unzählige großartige Lokale, Frühstückscafés und die Borough Markets sind nur fünf Fuß-Minuten entfernt. Zudem kann man locker zur Themse laufen und abends bei Sonnenuntergang am Ufer ein gemütliches Bier trinken. Wirklich 100% Empfehlung. Beim nächsten Besuch in London werden wir sicher wieder dort übernachten!

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Where the Pancakes are

Nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel findet ihr in einem szenigen Hinterhof das wundevolle Café. Es gibt unzählige Pancake-Variationen, auf der Homepage bekommt ihr einen Eindruck. Unglaublich lecker und das Ambiente ist einfach schön. Weiter hinten im Hof gibt es regelmäßig einen Vintage Markt. Leider fiel der bei uns wegen Wimbeldon-Public Viewing aus. Aber diese Hinterhofecke ist eine unbedingte Emfpehlung.

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The Shard

The Shard war mal das höchste Gebäude Europas, ist wohl aktuell „nur“ noch das höchste Gebäude der EU (naja, das können sie dann auch bald aus ihrer Werbung streichen!). Es befinden sich darin ein Hotel und Restaurants und Büros und ganz oben eine Ausichtsplattform. Ganz ehrlich: ich finde es unverschämt teuer. Aus diversen Gründen landeten wir dann schließlich doch dort oben und die Aussicht ist ohne Frage spektakulär. Nun war es bei uns relativ grau und trotzdem war ich absolut hingerissen. Ich persönlich liebe ja Höhe und dieses direkt vor meinen Füßen fängt der Abgrund an. Übrigens gibt es hier auch Abendtickets. Mit Stativ und Kamera sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

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Sky Garden

Eine tolle Alternative ist übrigens der Sky Garden. Hier hat man ebenfalls eine unfassbare Aussicht und der Zugang ist kostenlos! Eigentlich war das auch unsere Alternative, jedoch sind die Tickets sehr reglementiert und nur zu bestimmten Zeitpunkten zu buchen. Da wir eher von der spontanen Sorte sind, blieb uns hier leider der Zugang verwehrt. Wer ein bißchen organisierter ist, sollte auf jeden Fall vorab mal auf der Homepage nachschauen!

Kirchenruine und Oase in der City

Diesen Tipp habe ich bei Londonblogger gefunden, einen Blog, den ich euch grundsätzlich vor einem Besuch in London empfehlen kann. Es gibt unzählige Insidertipps und Ideen, von denen ich gerne noch viel mehr umgesetzt hätte. In diesem Fall geht es um eine echte kleine Oase zwischen Lärm und Hochhäusern. Von der Hauptstraße kaum zu erahnen, befindet sich St. Dunstan-in-the-East. Einst eine der größten Kirchen der City of London wurde sie im zweiten Weltkrieg zerstört. In den 60er Jahren wurde sie in einen Park umgewandelt und ist nun frei zugänglich. Eine Oase der Ruhe, in der auch viele Londoner sitzen, lesen und eine Pause genießen. Offenbar ist es nicht mehr ein allzu großer Geheimtipp, für mich war es das schon. Viele Touristen waren da nicht zu sehen.

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Free Walking Tour

Unbedingte Empfehlung! Eine ganz großartige Stadtführung mit einem sehr lockeren und sympathischen Guide. Wir haben uns für eine East-End-Tour entschieden, das wollte ich unbedingt bei unserem Besuch machen. Das East End war ja lange eine sehr arme Gegend, entsprechend ein sehr durchmischtes Viertel mit viel Einwanderung und sozialen Problemen. Wie so häufig befindest sich das seit einigen Jahren schon im Wandel, Stichwort Gentrifizierung. Hippe Locations und Läden sprießen aus den Boden. Das Ganze sollte man sicherlich auch kritisch betrachten, für unseren Besuch war es wiederum eine unglaublich spannende Mischung.

Das East End besticht durch eine unfassbare Vielfalt an Street Art in jeder Art und Weise. Unser Guide erklärte uns verschiedene Arten von Street Art, diverse Strömungen, Probleme und vieles mehr. Gleichzeitig führte uns die Führung durch hippe Straßen, durch etwas beängstigende Seitenstraßen, aber vor allem durch unglaublich viel Geschichte.

Die Free Walking Tours funktionieren so, dass man dem Guide am Ende das geben kann, was man möchte. Ich finde das ein tolles Konzept, denn letztlich kann sich diese Führung jeder leisten. Der Tourguide war voller Herzblut und brannte selbst für das Konzept.

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East End – Urban Gardening

Während unserer Führung sahen wir am Rande ein Urban Gardening Projekt „Nomadic Community Gardens“, zu dem wir direkt danach zurückkehrten, um es genauer anzuschauen. Es handelt sich dabei um ein großes Areal zwischen Bahntrassen, dass immer brach lag. Eine Initiative setzte sich dafür ein, dass die Bahngesellschaft die ungenutzte Fläche für ein soziales Projekt freigab. Mit Erfolg. Was entstanden ist, sucht seinesgleichen. Bilder sagen ggfs. mehr als alle Worte. Übrigens fand dort auch „The Meeting of Styles“ statt, dass hier in Kastel auch regelmäßig stattfindet.

Ich denke für Londonbesucher ist das ein echter Geheimtipp, denn außer vielleicht noch 2-3 Touristen waren dort nur Leute, die entsprechend ihren Bereich bewirtschaften. Der Zugang ist für jeden offen, das heißt, man ist auch eingeladen durchzulaufen. Wir setzten uns auf selbstgebaute Bänke und hörten einem Mann zu, der in seiner selbstgebauten Hütte tatsächlich ein Klavier hatte. Er spiele sehr sanft und leise und die Stimmung war unglaublich emotional – na gut, das mag auch an mir gelegen haben.

Zudem beherbergt das Projekt ein kleines, improvisiertes Café. Sehr urig, persönlich und einfach wundervoll. Der perfekte Ort für eine kleine Kaffeepause.

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East End – Indoorminigolf

Ok, von der emotionalen Schiene zu einer Sache, die man im Grunde bei einem Londonurlaub nicht unbedingt braucht. Ist aber das Wetter schlecht oder man kann zeitlich entspannt sein, ist es eine mega witzige Aktion. Mitten im East End gibt es einen Indoor-Minigolfplatz. Ziemlich hip und mit lauter Musik, aber jede Menge Spaß. Es gibt verschiedene Parcoure aus denen man auswählen kann. Unser Battle fand auf dem Hollywood-Parcour statt. Es sind nur wenige Löcher, das ganze dauert vielleicht 30 Minuten. Eine echt witzige Aktion für zwischendurch. Leider finde ich keine Internetseite dazu, es müsste aber im Dray Walk – einer Seitenstraße der Bricklane gewesen sein. Insgesamt ein Straßenzug mit vielen hippen Cafés und Läden.

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Eisdiele

Jetzt noch ein Tipp, den ich unbedingt umsetzen wollte, aber meine Beine machten an dem Tag schlicht nicht mehr mit. Aber Yasmina von Kulinarisches Mainz postete auf Instagram kurz zuvor ein Bild von diesem „Eis“ von Milktraincafé. Kann man das überhaupt als Eis bezeichnen? Es würde sagen es ist Kunst! Sobald wir nochmal in London sind, MUSS das meine erste Station werden. Daher wollte ich es als Tipp für euch unbedingt festhalten.

London Milk Train

So viele Tipps, so viele Bilder…ich hoffe ihr habt gerade nochmal voll Lust auf London bekommen? Also ich schon! Wir haben noch einiges mehr unternommen, wie zum Beispiel über die Glasbrücke der Tower Bridge zu laufen, aber ich befürchte, das wird zu viel und ist ggfs. auch bekannt genug. Ich hoffe, ihr habt ein paar wertvolle Tipps gefunden, die einem nicht immer und überall begegnen. Wenn ihr noch „Geheimtipps“ habt, schreibt die gerne in die Kommentare!

One thought on “London-Tipps für den zweiten Blick

  1. ein (wie ich finde ;-)) super Tipp für ca. 30 Samstag-Nachmittage im Jahr in London: die pay-as-much-as-you-can Daylight concerts in der Union Chapel in Islington. Abwechslungsreiche Konzerte in entspannter Atmosphäre, man fühlt sich direkt zu Hause. Für Menschen die live Musik mögen und offen für neues sind sehr zu empfehlen!

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