Mainzer Plätze: Gonsenheimer Parkanlage

Mainz verliert sein Grün. Die „Nachverdichtung“ macht auch an bisherigen Erholungsflächen (wie z.B. im King-Park) nicht Halt. Nun ist nicht jede Baulücke auch dazu geeignet, sich dort mal „auf die Wiese“ zu legen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen oder sich auf eine Parkbank zu setzen, um in Ruhe ein Buch zu lesen oder ein Eis zu schlecken (eine Empfehlung sei hierfür „Marios Eispavillon“ am „Juxplatz“ – der Pavillon hat gerade 60. Geburtstag gefeiert und eine Kugel richtig gutes Eis gibt es dort schon für 80 Cent!).

Glücklicherweise gibt es in meinem Wohnort, dem schönen Gonsenheim, noch diese Erholungsoasen, die von „Nachverdichtung“ wohl dauerhaft verschont bleiben. Dazu gehört, ganz klar, die Gonsenheimer „Bürgerwiese“, an der Kirchstraße – mein persönlicher Lieblingsplatz in Gonsenheim.

Gonsenheim_Park

Mit dem Rad kommt man in Gonsenheim schnell dorthin: auf der Breiten Straße bei der Gaststätte „Bürgerhof“ rechts in die Kirchstraße einfahren, dieser folgen und nach etwa 300 Metern ist man am Ziel.. Auf der rechten Seite steht die „Bürgersäule“. Die Inschrift „Die Alten und die Jungen verpflichten sich zu tätiger Hilfe füreinander“, soll, wie ich vermute, ein Aufruf sein, sich in der Gesellschaft füreinander zu engagieren statt sich zurückzulehnen und die Verantwortung abzugeben. Gestiftet hat dieses kleine „Denkmal“ der Unternehmer Hans Klenk im Jahr 1975. Hans Klenk gründete in Mainz 1928 die Firma „Hakle“ und ließ dabei zwei bzw. drei Buchstaben seines Vor- und Zunamens in den Unternehmensnamen einfließen.

Unmittelbar unterhalb der Bürgersäule sprudeln in den Sommermonaten im Wasserbassin drei kleine Fontänen, wenn genügend Spendengeld für den Brunnen eingegangen ist. Das ist mitunter gar nicht so leicht wie man es vermuten möchte, denn pro Saison (Mai bis Anfang Oktober) braucht es für Betriebskosten und Reinigung des Brunnens rund 2.000 Euro. Wenn ich dann die vielen großen und kleinen Kinder am Brunnen planschen sehe, weiß ich, dass sich die Spenden der Gonsenheimer gelohnt haben: so entspricht das Engagement der Bürger der Inschrift auf der Bürgersäule und hat hier einen sprudelnden Beweis.

In der Anlage, die bei den Gonsenheimern entweder Bürger- oder Feuerwehrwiese (wegen des angrenzenden Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr und deren Übungsplatz) genannt wird, gibt es einen Spielplatz, ein Beachvolleyballfeld und viele Parkbänke. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände in der Kirchstraße noch als Friedhof genutzt und 1961 zur „Parkanlage An der Kirchstraße“ umgewidmet. Hier lässt sich durchaus ein netter Nachmittag verbringen. Wer mag, kann anschließend im Café Noldas in der Breiten Straße (Ecke Maler-Becker-Straße) noch ein Stück leckeren Kuchen essen. Die Außenterrasse ist ganzjährig nutzbar und im Winter beheizt. Als Alternative zum Kuchen gibt’s hier im Straßenverkauf auch gutes Eis.

Vielen Dank, Christoph, für den Bericht. Als Neustädter Mädchen fehlt einem ja manchmal ein wenig der Blick über den Innenstadt-Tellerrand hinaus. Ich freue mich schon auf mehr!

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