Und ich

Ich wohne in Mainz. Und das mit voller Überzeugung und ganzem Herzen. Und ich werde auch nicht müde jedem davon zu berichten, warum diese Stadt die tollste Stadt ist und warum die andere Rheinseite keine Option ist, auch wenn da die Mietpreise günstiger sind.

Mein Patriotismus könnte darauf schließen lassen, dass ich gebürtige Mainzerin bin. Stattdessen entstamme ich einem Tal zwischen Vogelsberg und Spessart.

Ich könnte stundenlang am Meer sitzen und das Wasser anstarren. Der Rhein ist mein Meer vor der Haustüre.

Und obwohl ich es liebe, kann ich nichts essen, was mit dem Meer in Verbindung steht. Alles schmeckt nach Fisch. Und ja, auch der frischeste Fisch schmeckt nach Fisch! Außerdem mag ich es nicht im Salzwasser zu baden. Also im Grunde ist das Meer für mich nur zum Gucken.

Ich liebe es Frühstücken zu gehen. Auch nachmittags.

Haushalt machen ist ein A***loch. Ich verfolge das Prinzip runde Ecken, bis sich mein Gewissen wehrt. Aber runde Ecken sind eh cooler. Hat ja Apple schon bewiesen.

Ich kann nicht kochen. Zumindest nichts, was irgendwie Eindruck machen würde. Fürs Überleben reichts aber. Für die Details ist der Mann zuständig.

Beim Einrichten bin ich nur Ideenlieferant. Die Umsetzung mit klarer Linie macht besser der Mann. Ich verliere mich sonst gerne in Details und Chaos.

Nach diesen ganzen Geständnissen ist es ein Wunder, dass überhaupt ein Mann bei mir geblieben ist…und mich auch noch geheiratet hat. Deshalb ist er auch der tollste Mann!

Meine zweite große Liebe ist Neuseeland. Uneingeschränkt. Neuseeland ist die zweite Heimat meines Herzens. Dumm, dass es ausgerechnet der fernste Punkt von hier ist. Aber ich fliege trotzdem hin, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Aktueller Schnitt: 3 Mal in 9 Jahren. Ich habe Angst davor, dass sich dieser Schnitt nicht halten lässt.

Angst hab ich übrigens auch vor Spinnen. Naja, vielleicht eher Ekel.

Ich bin die uneingeschränkte Königin in den Kategorien: Listen anfangen und nicht weiterführen; Listen schreiben und zu Hause vergessen; Listen schreiben und doch alles so machen, wie ich es spontan denke.

Ich bin ein Museumsmuffel und kann mir nichts von irgendwelchen Schildchen merken. Audio-Guides wurden für Menschen wie mich erfunden. Trotzdem ziehe ich es vor, durch Städte zu schlendern und einfach alles auf mich wirken zu lassen.

Außerdem gehe ich gerne zelten. Leider momentan zu selten. Aber es gibt kein besseres Gefühl, als morgens den Reißverschluss des Zelts aufzumachen und die noch kühle Luft zu spüren. Pulli überwerfen, Stuhl aufklappen und mit zerzausten Haaren die morgendliche Ruhe und hoffentlich Sonne genießen. Hach…!

Ich kann ziemlich gut über mich selbst lachen. Bis es nicht mehr witzig ist. Dann reichts.

Foto Nina

Für alle, die jetzt denken:
Danke für die Aufklärung, aber worum geht es hier eigentlich?

Ganz offensichtlich soll es um Mainz gehen. Und wie ich feststellen musste, existiert aktuell kein Blog, der sich mit der Liebe zu dieser Stadt beschäftigt. Oder ich habe ihn einfach nicht gefunden. Ich finde, dass das so nicht bleiben kann. Und weil ich so häufig dieses „hach, hier isses einfach so schön“-Gefühl habe, möchte ich das mit euch teilen.

Aber es soll auch um mehr gehen. Denn natürlich spielt sich nicht das ganze Leben in Mainz ab. Zudem gibt es unendlich viele Themen, die nicht zwangsläufig mit der Stadt zu tun haben. Aus aktuellem Anlass ist das Thema Baby in unsere 4 Wände eingezogen. Es soll aber auch darum gehen, einfach mit offenen Augen durch die Welt zu laufen. Sich Gedanken zu machen. Die Schönheiten, Höhepunkte und Tiefpunkte dieser Welt wahrzunehmen. Das alles möchte ich hier teilen.

Daher hoffe ich, dass ich auch viele Nicht-Mainzer begeistern kann hier mitzulesen. Und ganz subtil bekommt ihr dann immer wieder mit, wie toll diese Stadt ist und kommt vielleicht mal vorbei!

15 thoughts on “Und ich

  1. Hey…ich finds so klasse wie du schreibst…hehehehe.

    Nur die Navigation auf deiner Seite verstehe ich glaub ich noch nicht so ganz…

    Lg. Der onkel ;-‚)

  2. Hallo Nina,
    ich bin vor ein paar Tagen durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und ganz begeistert, dass es jetzt auch endlich einen Mainz-Blog gibt. :-)
    Ich habe selbst über 13 Jahre in Mainz gewohnt und bin vor zwei Jahren, als sich bei uns Nachwuchs angekündigt hat, in meine Heimat den Hunsrück zurückgezogen (und schreibe jetzt einen Blog mit Hunsrück-Bezug). Aber ein kleines bisschen Heimat ist Mainz für mich immer noch und so freue ich mich, bei dir hier des Öfteren mal etwas über Meenz zu lesen und so wenigstens ein bisschen auf dem Laufenden zu bleiben. :-)
    Liebe Grüße,
    Kerstin M.

    • Hi Kerstin, es freut mich sehr, dass Du den Weg zu mir gefunden hast :-) Hatte mir auch im vergangenen Jahr gedacht, dass man über Mainz doch unbedingt mal einen Blog schreiben sollte und war ganz verwundert, dass es noch gar keinen gibt. Und nach ein bißchen überlegen, ist das hier entstanden! Muss gleich auch mal euren Blog durchstöbern! :-)
      LG Nina

  3. Also, ich teile die Mainz-Liebe uneingeschränkt – ich bin auch keine gebürtige Mainzerin, habe aber zehn Jahre in Mainz gelebt, bevor ich vor vier Jahren berufsbedingt wieder wegziehen musste. Und ich trauere auch nach vier Jahren Mainz immer noch hinterher, nerve alle mit meinem Gejammer, dass Mainz so schön ist, und arbeite daran, irgendwann wieder zurückkehren zu können. Ein Mainz-Blog finde ich also gut!!

  4. Hallo.

    Blog gefunden, schon mal etwas gestöbert und direkt mal gemerkt.

    Wir wohnen seit Oktober 2013 in Mainz und finden es super hier :) Leider kennen wir uns aber trotzdem noch garnicht so richtig aus! Hier finden wir bestimmt einige gute Tipps zum weiteren einleben!!

    Deine Art zu schreiben und zu fotografieren gefällt mir, und deine Beschreibung über dich selbst könnte zu 90% auch auf mich passen 😀 Sehr sympathisch!

    Liebe Grüße von „Neu Mainzerin“ an „Gebürtige Mainzerin“ 😉

      • Tatsächlich, da habe ich doch ganz am Anfang den Satz überlesen :)

        naja wie gesagt, heute morgen entdeckt und erstmal nur überflogen *hihi * Vogelsberg kenne ich. Komme ursprünglich aus der Osthessen 😉

        Freu mich schon aufs entdecken hier! Und die Mini Mainzerin ist bezaubernd :)

  5. Super Blog! Ich habe mehr als ein bisschen über die Stadt gelernt.
    Ich bin auch große Mainz-Liebhaberin (wohne direkt in der Altstadt) und schreibe auf meinem Blog auch sehr gerne über die Stadt.

    Weiter so! :)

  6. Hallo ihr Mainzer und Mainzerinnen!
    Ich habe bis 2003 in Mainz gewohnt, um dort mein (Zweit)Studium an der Uni zu absolvieren. Ich kann euch, die ihr jetzt außerhalb dieser tollen Stadt wohnt, sehr gut verstehen.
    Dabei hat es bei mir dereinst nicht besonders toll angefangen.
    Mein Plan war so schnell wie möglich wieder nach Koblenz (wo ich auch nicht geboren bin, aber wieder hinwollte) zurückzukehren.
    Es hat Jahre gedauert, bis eine gewisse Gewöhnung an Mainz eintrat.
    Aber was dann folgte, bezeichne ich bis heute als mein persönliches Wunder. Es istdann (auch mit einer Frau zusammenhängend) nicht
    nur eine Gewöhnung an Mainz eingetreten, sondern eine tiefverwurzelte Liebe. Man kann als Außenstehender natürlich über diesen Sinneswandel lachen, aber ich finde, das ist doch das Fazinierende im Leben. Was? Nun, dass es oft anders kommt als man es vorher geplant hat. Seitdem bin ich der Meinung, dass es so und nicht anders hätte kommen sollen. Ich verstehe heute meine Skepsis von 1994 nicht mehr, denn diese wunderbare Stadt ist für mich nicht nur Heimat, sondern auch die schönste Stadt der Welt.
    Wie einige, die hier ihre Meinung/Gefühle/Erlebnisse niedergeschrieben haben, wohne auch ich nicht mehr in Mainz, sondern bin berufsbedingt ins Oberallgäu verzogen. Auch ich hoffe, dass ich irgendwann wieder die Gelegenheit haben werde, in Mainz zu arbeiten und zu leben. Immer wenn ich zu gewissen Zeiten (meistens die Ferien) einmal nach Mainz zurückkehre, genieße ich jeden Atemzug der Mainzer Luft. Ich besuche Stätten meiner Erinnerung, gehe ins Irish Pub in der Weißliliengasse, setze mich in meine Lieblingskneipe, treffe mich mit Freunde aus der Mainzer Studienzeit. Es ist halt immer etwas, worauf ich mich freue. Demnächst ist es wieder so weit, in den Osterferien mache ich mich auf den Weg nach Mainz und endecke immer wieder Neues. Fazinierend (hätte Mr. Spock gesagt) wie sich die Stadt seit den 90er Jahren gewandelt hat. Nach meinem Dafürhalten ist sie noch schöner geworden. Mit Mainz verbinde ich auch den Kontakt zu vielen ausländischen Studenten (z.B. aus USA).
    Diejenigen, die von euch neu nach Mainz gekommen sind, gratuliere ich. Es ist auch eine sehr geschichtsträchtige Stadt.
    In Mainz wollte einst der Mainzer Adelsverein Texas zu einer deutschen Kolonie machen. Genießt es.
    Vielleicht sehen wir uns mal im Irish Pub (und sei es auch nur zu Karaoke). Früher war es so, dass JEDEN ABEND ein Liveauftritt stattfand, jetzt leider nur noch am Wochenende.

    Einen schönen Gruß von einem Mainzer an alle Mainzer

    Franz

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